StudVV Beschluss zu Wohnungsnot und Energiekrise

Die Studentische Vollversammlung vom 10. November 2022 folgenden Antrag beschlossen:

Die Studierendenschaft betrachtet mit Sorge die multiplen und sich gegenseitig verstärkenden und miteinander verschränkten Krisen. Bisher geplante Einmalzahlungen reichen hier vielfach nicht aus, sondern dienen offensichtlich nur der Befriedung, insbesondere wenn diese immer weiter herausgeschoben werden.

Die Studierendenschaft ist besorgt über die Wohnungskrise. Sie setzt sich – auch zusammen mit anderen Akteur*innen – dafür ein, dass ausreichend bezahlbarer, ökologischer und sicherer Wohnraum verfügbar ist. Gebäude sollen flächen- und ressourcensparend genutzt werden und es soll so wenig neu gebaut werden wie möglich. Hierbei unterstützt sie insbesondere solche Wohnformen, die eine Spekulation mit Wohnraum verhindern und Studierenden größmögliches Mitspracherecht über ihr Wohnen erlaubt. Hierzu zählen insbesondere selbst- und teilselbstverwaltete Wohnheime und -projekte, bspw. im Mietshäusersyndikat, Wohnungen von sozialen Trägern oder insbesondere Wohnraum im Studierendenwerk AdöR.

Die Zunehmende Spekulation mit Wohnraum, eine Ausrichtung der Mietpreise am maximal abschöpfbaren Betrag, Luxuswohnraum, die Aufspaltung von WGs in einzelne Zimmer, oder Wohnraum, der durch ehemalige Student*innen („Alte Herren“) fremdbestimmt wird, sieht die Studierendenschaft mit Sorge. Auch ein Wettbewerb zwischen Student*innen und Tübinger*innen, speziell Familien, um knappen Wohnraum – oft zugunsten der Studierenden – betrachten wir mit Sorge, weil dies zu einem angespannten Stadtklima zwischen Studierenden und den anderen Bewohner*innen Tübingens führen könnte.

Zugleich muss studentischer Wohnraum gängigen Anforderungen was Heizung, Fläche, Preise, Nahverkehrsanschluss und Sanitäranlagen angeht entsprechen. Umweltschonendende Bauverfahren sind essentiell um Nachhaltigkeit zu sichern. Aber auch Nahverkehrsanbindungen und ressourcensparende Ausstattung ist wichtig, damit ein umweltschonendes Leben und Studieren möglich ist.

Das Land sowie der Bund müssen ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, damit neben den Studiumsplätzen genügend nachhaltiger Wohnraum zur Verfügung gestellt werden kann. Weder private Initiativen wie das Mietshäusersyndikat noch der sogenannte „freie Markt“ können ausreichend Wohnraum bereitstellen, als dass keine Verdrängung stattfindet. Studierende leiden ebenfalls unter den gestiegenen Energiekosten. Da sie oft zur Miete wohnen, haben sie wenig bis keinen Einfluss auf die Wahl der Energieträger und können so die Nachhaltigkeit ihrer Energieversorgung nicht beeinflussen.

Auch weitere Maßnahmen wie Sanierungen zur langfristigen Senkung des Energieverbrauchs ihrer Wohnung können Mieter*innen nicht selbstständig treffen. Hier muss dafür gesorgt werden, dass diese Maßnahmen durch Bund und Länder gefördert werden. Gleichzeitig ist es wichtig, die hier entstehenden Kosten nicht auf Studierende abzuwälzen.

Kundgebung in Solidarität mit den Protesten im Iran

Am 29.10. um 16 Uhr lädt ein Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Jugendorganisationen, an dem auch unser Arbeitskreis Politische Bildung beteiligt ist, zu einer Kundgebung zu den aktuellen Geschehnissen im Iran am Holzmarkt ein. 
Die Misshandlung und Ermordung von Jina (Mahsa) Amini aufgrund eines, nach der Auffassung der Sittenpolizeit, falsch sitzenden Kopftuches war der bekannte Anlass für die Proteste dort. Diese dauern noch immer an. 
Mit der Kundgebung wollen wir nicht nur ein Zeichen für Frauenrechte und die von Frauen geführten Protesten setzen, sondern uns auch gegen die Unterdrückung der Mullah-Diktatur im Iran aussprechen. 
Wir erklären uns solidarisch mit der Freiheit, der Gleichberechtigung und der Gerechtigkeit für alle Menschen im Iran. 

Rally in solidarity with the protests in Iran!

On the 29th of October at 4pm, an alliance of different civil society organizations and youth parties, in which also our working group political education (Arbeitskreis Politische Bildung) is involved, invites you to a rally on the current events in Iran at Holzmarkt.
The brutality against and murder of Jina (Mahsa) Amini by the morality police because of, according to the Regime, a not properly worn hijab, was the well-known reason for the protests there. This brutal murder sparked the still ongoing protests.. And it is important to note that these protests are not only about womens rights, even though the women are leading them. They are about freedom from the oppression of the Mullah Dictatorship. About liberty, equal rights and justice for all. That is what we declare solidarity with. 

Studentische Vollversammlung am 10.11.2022

Am 10.11. fand ab 18ct die Studentische Vollversammlung statt, sowohl in Präsens im Hörsaal 25 im Kupferbau als auch mit Möglichkeit, über Zoom teilzunehmen.

Das Protokoll sowie die Anträge der Vollversammlung findet ihr unter diesem Link: https://sturatue.ocloud.de/index.php/s/T2XGEkc3Qy6wSiK

Auf der Studentischen Vollversammlung wurden folgende Anträge angenommen:

StudVV A1 zum Thema Onlinewahlen

StudVV A2 Wohnungsnot und Energiekrise

StudVV A3 Neufassung Referate

StudVV A4 Stellungnahme zu den Protesten im Iran sowie Einrichtung einer „AG Iran“

StudVV A5 kostenlose Wasserspender

Bei der StudVV galt für die Präsenz- sowie Onlineteilnahme folgende Nettiquette:

  • ausreden lassen
  • nicht reinrufen
  • keine Beleidigungen und persönlichen Angriffe
  • keine Personen oder Positionen lächerlich machen
  • Das Aufnehmen oder Speichern der Veranstaltung ist verboten
  • Moralisierungen und Polemik vermeiden
  • konsensorientierte Diskussion, das heißt auch Übereinstimmungen würdigen
  • Kompromissbereitschaft bei der Positionsfindung
  • sachlich argumentieren
  • beim Thema bleiben/nah am Thema diskutieren
  • Killerphrasen/Totschlagargument vermeiden
  • Wiederholungen vermeiden
  • Beiträge kurz fassen
  • auf (Gegen)Argumente eingehen
  • Redner*innen sollen bei ihren Beiträgen ihren Vornamen nennen
  • Abkürzungen vermeiden
  • Die gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere die des Strafrechts, Urheberrechts, des Persönlichkeitsrechtes und des Jugendschutzgesetzes, gilt es zu beachten.

Wir behielten uns vor beim Nichteinhalten dieser Regeln Menschen von der Veranstaltung zu verweisen.

Jetzt bewerben – Wahlen Exekutive, Referate und Vergabekommission Notlagenstipendium für WiSe 2022/23 und SoSe 2023

Auf der StuRa Sitzung am 14. November 2022 werden die Referate, die beiden Vorsitzenden, das Finanzreferat sowie die Vergabekommission für das Notlagenstipendium gewählt.

Bewerbungen können formlos an tn@fghen-ghrovatra.qr eingereicht werden. In den Sitzungen besteht außerdem die freiwillige (!) Möglichkeit, dich zusätzlich mündlich vorzustellen. Wenn du Fragen hast, melde dich gern bei uns!

Die Referate werden – bis auf das Finanzreferat – jeweils durch bis zu zwei gleichberechtigte Referent*innen gebildet. Gibt es weniger qualifizierte Interessierte, so kann das Referat auch durch eine*n Referent*in gebildet werden oder unbesetzt bleiben. Vorsitzende gibt es zwei, das Finanzreferat besteht aus einer Person. Die Notlagenkommission besteht aus fünf Mitgliedern. Hier gibt es auch bis zu 5 Stellvertreter*innen. Die Amtszeiten sind an die Amtszeit des StuRas gekoppelt. Die Referate erhalten monatlich eine Aufwandsentschädigung von 250€, das Finanzreferat und die Exekutive jeweils 500€.


Referat für gewerkschaftliche, soziale und ökologische Teilhabe und eine gerechtere Welt

Der Studierendenrat Tübingen sucht bis zu zwei Referent*innen für das Referat für gewerkschaftliche, soziale und ökologische Teilhabe und eine gerechtere Welt („öko-soziales Referat“), um in Zusammenarbeit mit den zuständigen Arbeitskreisen unsere sozialen und ökologischen Angebote weiter auszubauen. Du hast Lust auf gewerkschaftliche Beratung und studentische Hilfskräfte bei ihrer Organisierung zu unterstützen? Du willst mithelfen, dass der Stura ökologische/nachhaltige Projekte nicht nur beginnt, sondern auch umsetzt? Du glaubst, dass diese Studierendenvertretung mehr leisten könnte? Dann bewirb dich!

Deine Hauptaufgaben:

  • regelmäßige, mindestens alle zwei Wochen stattfindende Sprechstunde
  • Unterstützung laufender Projekte und Serviceangebote der VS im Bereich Umwelt und Soziales
  • Vernetzung und Unterstützung von Arbeitskreisen
  • Anlegen von Kontaktlisten von wichtigen Akteur*innen in den Bereichen des Referats
  • Herbeiführen von für die Projekte notwendigen Beschlüssen der VS
  • Bewerben von Angeboten in Zusammenarbeit mit dem Pressereferat

Der Kreativität sind aber keine Grenzen gesetzt. Möglich ist unter anderem: 

  • Unterstützung der Arbeit von Hochschulgruppen
  • Aufbau/Unterstützung der Angebote für Hiwis
  • Aufbau/Unterstützung der Angebote für Studierende mit Kind, pflegende Studierende, Studierende mit Beeinträchtigung und chronischer Krankheit, usw.; stärken der Stimme der jeweiligen Gruppen
  • Unterstützung von Aktionsformen wie Protesten etc.
  • Organisieren eigener Veranstaltungen
  • Austausch/Zusammenarbeit mit Akteur*innen an anderen Hochschulen / in überregionalen Zusammenschlüssen
  • Aufbau einer Sozialberatung
  • Ausbau nachhaltiger Angebote der VS
  • Erstellung eigener Druckerzeugnisse u.Ä.
  • Politische Arbeit zu den Angeboten des Studierendenwerk AdöR
  • Mitarbeit beim Aufbau eines Green Office
  • Vorbereitung einer (Mit-)Verhandlung beim Semesterticket

Was wir bieten: 

  • eine Aufwandsentschädigung von 250€/ Monat
  • Einblicke in die Hochschulpolitik
  • aktive Mitgestaltungmöglichkeit
  • flexible Arbeitszeiten und mobile working
  • Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Kontakt mit Entscheidungsträger*innen in Stadt und Universität
  • Erwerben von Kenntnissen, die über das Studium hinausgehen

Bitte beachte auch den Beschluss zur Einführung des Referats durch die StudVV, sowie die Regelungen in unserer Geschäftsordnung.


Referat für Studium und Lehre

Der Studierendenrat Tübingen sucht zwei Referent*innen für das Referat für Studium und Lehre, um sich in Zusammenarbeit mit den Arbeitskreisen Qualitätssicherungsmittel, Systemakkreditierung und Digitalisierung für die Verbesserung von Lehr-und Studiumsbedingungen einzusetzten.Du setzt dich gerne leidenschaftlich für deine Kommiliton*innen ein und siehst an der Uni viel Verbesserungsbedarf? Du hast Lust, in die Hochschulpolitik einzutauchen und dabei zu sein, wenn neue Studiengänge akkreditiert werden? Du glaubst, dass diese Studienvertretung mehr für die Lehre leisten kann? Dann bewirb dich jetzt!

Deine Hauptaufgaben:

  • Koordinierung der Arbeitskreise Qualitätssicherungsmittel, Systemakkreditierung und Digitalisierung
  • Unterstützung der Fachschaftsbezirke und weiterer Gruppen in der Verbesserung der Lehr- und Studiumsbedingungen
  • regelmäßige Sprechstunden für Studierende
  • Schnittstelle zwischen Studierenden und Ansprechpartner*innen
  • Koordination der Vergaberunde der Qualitätssicherungsmittel (QSM)

Was wir bieten:

  • eine Aufwandsentschädigung von 250€/ Monat
  • Einblick in die Hochschulpolitik
  • aktive Mitgestaltungmöglichkeiten
  • flexible Arbeitszeiten und mobile working
  • Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Kontakt mit Entscheidungsträger*innen in Stadt und Universität
  • Erwerben von Kenntnissen, die über das Studium hinausgehen

Referat für Öffentlichkeitsarbeit

Der Studierendenrat Tübingen sucht zwei Referent*innen für das Referat für Öffentlichkeitsarbeit / Kommunikation / Presse, um in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arbeitskreis die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Studierendenrat Tübingen zu übernehmen.

Du bist offen, freundlich, flexibel und hast Spaß am Umgang mit anderen Menschen? Egal ob du bereits Presseerfahrungen sammeln konntest, gerne Flyer und Plakate designst oder 10.000 Likes auf Instagram hast, der StuRa Tübingen freut sich auf deine Bewerbung.

Du bist bisher hochschulpolitisch nicht aktiv? Kein Problem, auch ein Blick von außen kann für das Referat sinnvoll sein – es soll schließlich Leute informieren, die selbst nicht im StuRa aktiv sind.

Du hast Spaß am Schreiben von Texten, kannst mit einer Kamera umgehen und bist bereit, dich in das manchmal komplexe Themenfeld der Hochschulpolitik einzuarbeiten? Bei deinen Aufgaben hast du viele Freiheiten, denn bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des StuRas gibt es an allen Ecken und Enden zu tun. Hier zählt vor allem dein Engagement!

Wir suchen eine kommunikative Persönlichkeit mit sehr gutem Allgemeinwissen, die sich unter Einsatz von strategischem Denken und mit hoher Sensibilität auf die vielfältigen Akteure im Presse- und Medienbereich einstellen und mit diesen umgehen kann. Hierzu solltest du mündlich und schriftlich überzeugend argumentieren, dich durchsetzen sowie Konfliktpotenzial rechtzeitig erkennen und in geeigneter Weise darauf reagieren können. Dabei wird ein nachdrückliches, aber verbindliches Auftreten erwartet.

Deine Hauptaufgaben:

  • Die intensive Pflege von Social Media & Homepage
  • Verfassen von Pressemitteilungen
  • Kurze Zusammenfassungen über die Arbeit des Studierendenrats und der Arbeitskreise
  • Ansprechpartner*in sein für die Öffentlichkeit und Pressevertreter*innen

Der Kreativität sind aber keine Grenzen gesetzt. Möglich ist unter anderem:

  • die Erstellung von Print- und Werbematerialien (z. B. Flyern, Poster etc.)
  • Berichte aus den Sitzungen und Arbeitskreisen
  • Betreuung der Pressearbeit im Rahmen von größeren Veranstaltungen wie Uniwahlen und Vollversammlungen oder auch Moderation von Pressekonferenzen
  • Entwicklung und Umsetzung eines Konzepts für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • ggf. Planung, Organisation und Durchführung eines Pressegesprächs im Vorfeld der Veranstaltung
  • Medienbeobachtung und -analyse
  • Ausbau und Pflege der Kontakte zu Journalist*innen von Print-, TV-, Radio und Onlinemedien
  • Zusammenarbeit mit den Pressestellen in Landesverbänden, z. B. LAK, fzs

Was wir bieten: 

  • eine Aufwandsentschädigung von 250€/ Monat
  • tiefen Einblick in die Strukturen der Hochschulpolitik Tübingens und Baden-Württembergs
  • flexible Arbeitszeiten und mobile working
  • Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Arbeitserfahrung
  • Erwerben von Kenntnissen, die über das Studium hinausgehen

Vorsitzende der Verfassten Studierendenschaft

Der Studierendenrat Tübingen sucht zwei Vorsitzende für die Verfasste Studierendenschaft, die die Studierendenschaft rechtlich und gegenüber der Öffentlichkeit und der Universität vertreten.Du hast Freude an Organisation und arbeitest gut selbstständig? Du bist kommunikativ und hast Lust, dich auch über die Studierendenschaft hinaus zu vernetzen? Du möchtest deine Ideen einbringen, wie die Studierendenvertretung vorangetrieben werden kann?Dann bewirb dich jetzt!

Deine Aufgaben:

  • Vertreten die Studierendenschaft gemeinschaftlich und gleichberechtigt gegenüber der Öffentlichkeit und der Universität.
  • Vorsitz der Arbeitnehmer*innen der Studierendenschaft (gegenwärtig zwei).
  • Führen des Rechtsverkehrs der Studierendenschaft.
  • Dabei Bindung an Weisungen des Studierendenrates.

Voraussetzungen

  • Immatrikulation an der Uni Tübingen
  • Erfahrung in der Hochschulpolitik
  • Einsatzbereitschaft und Teamfähigkeit
  • Hohe Eigenverantwortung & Selbstorganisation
  • Ausreichend Zeit

Was wir bieten:

  • eine Aufwandsentschädigung von 500€/ Monat
  • tiefen Einblick in die Strukturen der Hochschulpolitik Tübingens und Baden-Württembergs
  • flexible Arbeitszeiten und mobile working
  • Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Arbeitserfahrung
  • Erwerben von Kenntnissen, die über das Studium hinausgehen

Finanzreferat

Der Studierendenrat sucht eine*n Finanzreferent*in, um die Finanzanglegenheiten der Verfassten Studierendenschaft zu verwalten und zu gestalten.Als Finanzreferent*in gehörst du gemeinsam mit den Vorsitzenden der Exekutive des Studierendenrats an.Du hast Interesse? Dann bewirb dich jetzt!

Deine Aufgaben:

  • Verwalten des Kontos der Verfassten Studierendenschaft.
  • Überprüfen Ausgaben der Studierendenschaft.
  • Überprüfen und Unterzeichnen von Rechnungen.
  • Vorlage des Haushaltsplans an den Studierendenrat.
  • Durchführung des Haushaltsplans, Verantwortlichkeit für die jährliche Rechnungslegung sowie für die diesbezügliche Zusammenarbeit mit der Hochschule und dem Rechnungshof.
  • Dabei enge Zusammenarbeit mit dem Büro.

Voraussetzungen

  • Immatrikulation an der Uni Tübingen
  • Erfahrung in der Hochschulpolitik
  • Einsatzbereitschaft und Teamfähigkeit
  • Hohe Eigenverantwortung & Selbstorganisation
  • Ausreichend Zeit

Was wir bieten:

  • eine Aufwandsentschädigung von 500€/ Monat
  • tiefen Einblick in die Strukturen der Hochschulpolitik Tübingens und Baden-Württembergs
  • flache Hierarchien, bei denen es auf jede*n ankommt
  • flexible Arbeitszeiten und mobile working
  • Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Arbeitserfahrung
  • Erwerben von Kenntnissen, die über das Studium hinausgehen

Vergabekommission für das Notlagenstipendium

Vor zwei Jahren haben wir ein Notlagenstipendium geschaffen, dass Kommiliton*innen in finanzieller Notlage unterstützt. Entsprechende Fälle können z. B. unvorhergesehene/r bzw. kurzfristige/r Arbeitsplatzverlust, Kosten oder Exmatrikulation mit gerichtlicher Klärung sein, welche Probleme bei Mietzahlungen oder Versorgung zur Folge haben.

Über die Vergabe und Höhe einer Härtefallzahlung und die Dauer ihrer Laufzeit entscheidet eine Vergabekommission (Härtefallkommission) in einer nicht-öffentlichen Sitzung anhand der Daten und Fakten sowie der schriftlichen Fallschilderung des*der Antragsteller*in. Die Vergabekommission besteht aus fünf stimmberechtigten Mitgliedern und bis zu fünf Stellvertreter*innen.

Damit die Vergabekommission möglichst breit aufgestellt ist sollen darin Studierende unterschiedlicher Fakultäten, Gender und mit und ohne hochschulpolitischer Erfahrung vertreten sein. Mehr Infos sowie die Satzung, nach der die Vergabe stattfindet, findest du auf stura-tuebingen.de/notlagen

Deine Aufgaben:

  • Teilnahme an den nicht-öffentlichen Sitzungen, die je nach Antragsaufkommen einberufen werden (i.d.R. online)
  • Entscheiden über Vergabe und Höhe der Härtefallzahlung sowie die Laufzeit anhand der Daten und Fakten sowie der schriftlichen Fallschilderung des*der Antragsteller*in
  • ggf. als Vorsitz der Kommission die Sitzung leiten und Bescheide ausstellen
  • Enge Zusammenarbeit mit unserem Büro sowie unserem Finanzrefereten, die sich um Überweisungen usw kümmern.

Was wir bieten:

  • aktive Mitgestaltungmöglichkeiten
  • Erwerben von Kenntnissen, die über das Studium hinausgehen
  • eine Urkunde für dein ehrenamtliches Engagement in der Kommission 
  • Für die Mitglieder der Notlagenkommission gibt es keine Aufwandsentschädigung

Gruppen und Initiativen rund um die Universität eröffnen das Semester

Vom 18.10. bis 27.10. organisieren zahlreiche Tübinger Gruppen wieder gemeinsam Veranstaltungen zur Ernst-und-Karola-Bloch-Woche. Gemeinsames Ziel ist es, einen kritischen Blick auf Hochschule und Gesellschaft zu werfen sowie konkrete Utopien statt Krisen-Panik aufzuzeigen. 

„Die Veranstaltungen stehen dieses Jahr unter dem Motto Nichts vergessen, alles verwandeln“, erklärt Johanna Grün vom organisierenden Arbeitskreis „Ernst und Karola Bloch Woche“. „Um erfolgreich für eine Zukunft zu streiten, in der wir die Herausforderungen des Klimawandels, sozialer Fragen und Status Quo begegnen, müssen wir auch wissen, woher wir kommen. Nur im Wissen um Vergangenes können wir unsere Gegenwart verstehen und eine Zukunft bauen.“

„Ein lebendiges kollektives Gedächtnis kann uns auch davor schützen, auf falsche Versprechungen von Rechtsaußen und Verschwörungsgläubigen reinzufallen“, ergänzt Hannah Herbst „Es reicht dabei nicht, wie wir das gerne an unserer Uni machen, aus klugen Büchern zu lernen. Wir müssen unsere eigenen Erfahrungen machen, mit unseren Kommiliton*innen diskutieren und auch aus der akademischen Blase ausbrechen.“

Das Programm der Blochwoche ist dieses Jahr wieder bunt gemischt. Mehrere Stadtführungen zeigen Tübingen aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Einem wohnpolitischen – organisiert vom Wohnraumbündnis –, einem konsumkritischen – von  Act for Animals und Weltbewusst –, einem antifaschistischen – von Input – und einem queeren – von Amnesty. Zum Programm gehören auch Veranstaltungen zu den Themen Kapitalismus und Klimakrise, dem Umgang mit dem Patriarchat und der Black Metal Szene. Auch ein Besuch des Infoladens und ein kritischer Kleidertausch gehören zum Programm. Besonders freuen wir uns auf den Journalisten Leon Enrique Montero, der einen Einblick in die „konservativen Parallelgesellschaft“ rechter Burschenschaften geben will.

Herzstück der Blochwoche ist der Alternative Dies, der seit rund 20 Jahren aus Kritik am farbentragenden Getümmel auf dem Dies Universitatis veranstaltet wird. Der AlDi ist dabei selbstbestimmt und selbstorganisiert aus der Studierendenschaft heraus und zeigt, wie vielfältig und bunt die Universität und Tübingen sind, abseits von überkommenden Hierarchien, Trinkzwang und Uniformen. Über 30 Gruppen und Initativen wollen sich ab 16 Uhr neuen und alten Studierenden vorstellen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Daneben wird es kleine Workshops geben, ein Essensangebot gegen Spende (ab 19 Uhr) und im Anschluss findet das erste Clubhausfest statt.

Auch das Zimmertheater ITZ lädt zum Kennenlernen ein. Für nur 5 Euro mit Freigetränk, statt der sonst ermäßigten 9,50 Euro, kommen Studierende während der Blochwoche mit dem Code „Prinzip Hoffnung“ in die Vorstellungen von “Das Universum bleibt ’ne Nullnummer“. 

Die Blochwoche umfasst rund 20 Veranstaltungen unterschiedlicher Gruppen und Initiativen vom Dienstag, 18. Oktober, bis einschließlich Donnerstag, 27. Oktober 2022. Das vollständige Programm findet sich online auf www.blochwoche.org sowie an vielen Orten als gedrucktes Programmheft. Wir laden insbesondere Studienanfänger*innen ein, die Universität und die Stadt, in die sie kommen, nicht nur kennen zu lernen, sondern auch aktiv mitzugestalten. 

Ansprechpartner*innen über: brssragyvpuxrvgfneorvg@fghen-ghrovatra.qr

Stellungnahme: Der Name hat keine Mehrheit mehr

Die Verfasste Studierendenschaft respektiert die Entscheidung des Senats der Universität, den Namensteil „Eberhard Karls“ nicht aus ihrem Namen zu streichen. Es ist enttäuschend, dass der Antrag nicht mit der notwendigen Mehrheit angenommen wurde. 

„Auch wenn der Antrag der studentischen Senatorinnen abgelehnt wurde, hoffen wir, dass sich die Universität weiterhin mit den Namensgebern beschäftigen wird“, so die Senatorin und Vorsitzende der Verfassten Studierendenschaft Johanna Grün. „Wir wünschen uns, dass die Öffentlichkeit/Studierendenschaft sich weiterhin mit dem Thema befassen kann und es nicht in Vergessenheit gerät, welchen Anteil historische Persönlichkeiten am Aufbau der Universität hatten und wie sich diese auf die Gegenwart auswirken. Dabei freuen wir uns, dass eine Professur für Jüdische Geschichte geschaffen werden soll. Dabei darf diese Professur jedoch nicht nur ein Feigenblatt sein sondern muss tatsächlich auch an der ganzen Universität gelebt werden.

Im Antrag hatten die Antragstellerinnen das Rektorat dazu aufgerufen, „ein Konzept zur weiteren öffentlichkeitswirksamen Beschäftigung mit der Geschichte und der historischen Rolle der Universität Tübingen auszuarbeiten.“

Obwohl die erforderliche Mehrheit nicht erreicht wurde, spreche das Abstimmungsergebnis eine klare Sprache: „45,5% haben für eine Umbenennung gestimmt und damit gezeigt, dass sich ein großer Teil der Universitätsgemeinschaft nicht mehr mit den bisherigen Namensgebern identifizieren kann. Demgegenüber haben gerade mal 48,5% aktiv für den bisherigen Namen gestimmt. Er hat keine Mehrheit mehr.“ Die Universität steht nun vor der Aufgabe, weiter einen Dialog zwischen diesen Gruppen zu ermöglichen. 

Mit dem Ablauf der Senatsdebatte zeigt sich die Studierendenvertreterin zufrieden: „Es herrschte ein weitestgehend konstruktiver Ton, wir haben als Gremium und als Universitätsgemeinschaft gezeigt, dass wir auch in solch grundlegenden Entscheidungen gut miteinander reden können.“

Die Universität Tübingen führt seit einigen Monaten eine verstärkte Debatte über ihre bisherige Namensgebung nach Herzog Eberhard im Bart und Herzog Karl Eugen. Das Gutachten einer Historiker*innenkommission hatte zuvor die Debatte angeregt. Am 21. Juli 2022 stimmte der Senat in hochschulöffentlicher Sitzung gegen die Umbenennung in „Universität Tübingen“.

Stellungnahme: Für die Streichung des Namensteils „Eberhard Karls“ aus der Universität Tübingen

Diese Stellungnahme wurde vom Arbeitskreis Politische Bildung des Studierendenrates Tübingen verfasst und am 13. Juli 2022 veröffentlicht. Interessent*innen können weiter unten unterschreiben. Weiterhin findet sich außerdem hier unser FAQ zur Umbenennnung und hier der von studentischen Senator*innen im Senat gestellte Antrag.

Die Unterzeichner*innen sprechen sich für eine Streichung von „Eberhard Karls“ aus der Namensführung der Universität Tübingen aus und damit für die Umbenennung in „Universität Tübingen“.

Schon seit den 1970er-Jahren wurde immer wieder Kritik an dem historischen Namen der Eberhard Karls Universität Tübingen geäußert. Seit Mitte letzten Jahres befasst sich der Senat der Universität näher mit der Thematik und gab in diesem Zuge ein Gutachten zur historischen Dimension des Namens und der Namensführung in Auftrag, das inzwischen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Der Senat führt nun in mehreren Sitzungen eine Debatte zum Namen der Universität und wird voraussichtlich noch im Sommersemester 2022 darüber entscheiden, inwiefern „Eberhard Karls“ als Teil des Namens der Universität abgelegt oder weitergeführt werden soll. Die Unterzeichner*innen sehen viele gute Gründe, bei dieser Entscheidung für die Umbenennung zu stimmen, die im Folgenden dargelegt werden:

Ehrungen wie die Benennung von Institutionen nach wichtigen Persönlichkeiten sind einerseits Würdigung ihrer individuellen Leistungen, andererseits sollen mit der Ehrung aber auch Vorbilder geschaffen werden, die zum Nachahmen anregen. Damit beziehen sie sich einerseits auf vergangene Leistungen, haben aber gleichzeitig auch einen starken Zukunftsbezug, da andere Personen durch die Ehrung aufgefordert werden, es den Geehrten gleichzutun. Ehrungen versuchen, bestimmte Normen zu fördern sowie Sinn zu stiften und sind ein Ort, an dem Gesellschaftsordnungen verhandelt werden. Ehrungen sind daher keine eigenmächtige Kraft, sondern ein aktiv vorgebrachter Identitätsentwurf. Es ist wichtig und natürlich, dass innerhalb von pluralen und offenen Gesellschaften Konflikte um bereits bestehende Ehrungen geführt und diese neu verhandelt werden.

Dabei ist zu beachten, dass die Benennung der Universität Tübingen nicht schon immer als Ehrung verstanden wurde. Mit der Zeit hat sich das aber geändert: Namen werden heute als Ehrungen gelesen. Daher muss die Debatte auch aus einer modernen Perspektive geführt werden.

Um zu beurteilen, inwiefern eine Ehrung auch heute noch einen tragfähigen Identitätsentwurf für ein Kollektiv darstellt, muss selbstverständlich auch die historische Dimension der geehrten Personen betrachtet werden. Einen ersten Ansatz dafür bietet das Gutachten der Kommission.

Das vorgelegte Gutachten untersucht die beiden Namensgeber der Universität auf die vorgebrachten Vorwürfe des Antijudaismus sowie des tyrannischen Absolutismus und stellt ihrem Handeln in dieser Hinsicht dabei ihre Leistungen und Verdienste um die Universität Tübingen entgegen. Diese Verdienste allerdings wiegen die unserer Ansicht nach gerechtfertigte Kritik nicht auf und rechtfertigen keine Beibehaltung der Namensgeber im 21. Jahrhundert. 

Am eklatantesten zeigt sich dies an der Person Herzog Eberhards I. im Bart. Seine persönliche Einstellung gegenüber jüdischen Menschen bleibt unklar und lässt sich anhand der Quellenlage auch nur indizienhaft rekonstruieren. Sein als Monarch stets politisches jüd*innenfeindliches Handeln spricht jedoch eine eindeutige Sprache. Dass er damit ein ausgesprochen durchschnittlicher Vertreter seiner Epoche gewesen und auch nicht durch im zeitgenössischen Vergleich übermäßiges jüd*innenfeindliches Handeln aufgefallen sei, relativiert dieses Handeln in keiner Weise, sondern verdeutlich umso mehr, dass er als Repräsentant eines veralteten, menschenfeindlichen Zeitgeists im 21. Jahrhundert nicht mehr zum Namensgeber einer Institution taugt, die den Anspruch hat, eine gesellschaftliche Vorreiterrolle einzunehmen. 

In der Würdigung von Eberhards Lebenswerk darf ihm nicht bei der Universitätsgründung ein hohes Maß an Eigenleistung zugestanden werden, wenn zugleich seine antijüdische Politik auf Einflüsse aus seinem Beraterumfeld reduziert wird. Als Herrscher und Politiker müssen wir ihn in seiner Gesamtheit ernst nehmen und dazu gehört, anzuerkennen, dass er Verantwortung für die Ausweisung der Jüd*innen aus Tübingen und Württemberg trägt. 

Das Gutachten der Historiker*innenkommission stellt fest, dass „die testamentarische Bestimmung Graf Eberhards eine weitreichende Bedeutung für die von heftiger Judenfeindschaft geprägte Politik Württembergs seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert“ hatte. Die Geschichte Eberhards und seines Wirkens endet nicht mit 1496, sondern geht weit darüber hinaus. Gerade in Tübingen lässt sich eine traditionell außerordentliche Jüd*innenfeindlichkeit bis weit ins 20. Jahrhundert feststellen. Erst Leopold Hirsch gelang es 1850, also fast 400 Jahre nach der Universitätsgründung, als erster Jude wieder in Tübingen wohnen zu dürfen. Professor Ernst Lehmann verkündete 1935 stolz, jüdische Professoren habe man in Tübingen „stets von sich fern zu halten gewusst.“ Für den größten Teil ihrer Geschichte war die Universität Tübingen ein jüd*innenfeindlicher Ort. Für viele jüdische Universitätsangehörige ist es vor diesem Hintergrund heute nur schwer erträglich, an einer Institution zu arbeiten bzw. zu studieren, deren Gründung untrennbar mit jüd*innenfeindlicher Politik verknüpft ist.

Nebst der geradezu überwältigenden Debatte um Eberhard scheint Herzog Karl Eugen nahezu unterzugehen. Ist sein Verdienst um die Universität ungleich geringer als ihre Gründung, so scheint das ihm zur Last Gelegte ebenfalls weniger gravierend. Der Hauptvorwurf, dessen gerechtfertigter Ausräumung das Gutachten auch einigen Platz zugesteht, war eher der bisher angenommene Schaden der Universität durch die Gründung der Hohen Karlsschule als sein sonstiges politisches Handeln. 

Bisher nicht im Fokus des Diskurses steht dagegen sein Menschenhandel. Durch Subsidienverträge unterstützten viele absolutistische Herrscher des 18. Jahrhunderts beispielsweise Verbündete mit Soldaten, die für eine gewisse Zeit zur Verfügung gestellt wurden. Neu bei Karl Eugens Soldatenhandel, der historisch am Ende dieser Praxis steht, war, dass er nicht von Landesinteressen getrieben war, sondern allein von finanziellen. Mit dem „Kapregiment“ verkaufte er ab 1781 3200 Soldaten an die niederländische Ostindienkompanie, die mit ihnen koloniale Unternehmungen umsetzte. Nur 100-200 der vorwiegend armen Soldaten kehrten nach Württemberg zurück, insgesamt starben 72%. Kritisiert wurde diese Praxis zeitgenössisch u. a. von Friedrich Schiller und Christian Friedrich Schubart, der dafür sowie für Schmähkritik an Karl Eugen und dessen Mätresse Franziska von Hohenheim 10 Jahre in Festungshaft einer Umerziehung unterzogen wurde. Erst durch preußische Einmischung und nach etlichen Protesten deutscher Intellektueller kam er wieder frei.

Karl Eugen repräsentiert einen auf die Spitze getriebenen Absolutismus, der die Staatskasse mit dem Verkauf von Menschen aufbesserte und Kritiker*innen einsperren ließ. Diese Werte stehen der Universität als Ort gesellschaftlichen Fortschritts und des freien Meinungsaustauschs entgegen. 

Die Sorge, eine kritische Erinnerungskultur an unserer Universität könne nur unter dem bisherigen Namen stattfinden und er daher zu erhalten sei, halten die Unterzeichner*innen für nicht plausibel. Dass eine breit organisierte Auseinandersetzung in der universitären Gemeinschaft bisher ausblieb, zeigt, dass der Name allein nicht reicht, um sie anzustoßen. Vielmehr wurde und wird die Geschichte der Universität inklusive der Namensgenese äußerst stiefmütterlich behandelt – ein Zeichen dafür ist, dass bis heute den meisten Universitätsangehörigen nicht klar ist, nach welchen beiden Personen die Universität benannt ist, geschweige denn aus welchen Gründen. Und das keineswegs selbst verschuldet: Wer sich für die Geschichte der Universität ernsthaft interessiert, muss sehr lange aktiv nach Informationen suchen – die Universität zeigt bisher kein großes Interesse an Aufklärung. Erst jetzt, im angestoßenen Prozess, wird endlich in einer breiteren Öffentlichkeit über das Thema gesprochen. Die Unterzeichner*innen wünschen sich eine offene Universität, die aktiv und engagiert über Erinnerungskultur diskutiert – und diese Offenheit auch im Namen trägt. 

Eine Universität im 21. Jahrhundert sollte sich nicht davon abhängig machen, was Monarchen vor Jahrhunderten für sie entschieden haben. Es ist die Aufgabe einer demokratischen Universitätsgemeinschaft, kritisch über existierende Ehrungen zu reflektieren und sie zu würdigen, aber auch in ihrem Sinne anzupassen. Mit einer Streichung von Eberhard und Karl hin zu der „Universität Tübingen“ kann unsere Universität im Jahr 2022 signalisieren, dass sie diesen demokratischen Auftrag ernst nimmt.


Stellungnahme unterzeichnen

Die Sammlung der Unterschriften ist beendet.

Erstunterzeichner*innen

Prof. Dr. Reinhold Boschki,  Berufsorientierte Religionspädagogik

Prof. Dr. Peter Kremsner, Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin, Humanparasitologie

Prof. Dr. Hannah Markwig, Senatorin, Lehrstuhl für Kombinatorische algebraische Geometrie

Prof. Dr. Heike Oberlin, MitgliedUniversitätsrat, Indologie

Dr. Natalie Glynn, Comparative Public Policy

Alexandra Dick, De/Sakralisierung von Texten, Textverständnis und Krieg

Maximilian Kiefer, Internationale Beziehungen/ Friedens- und Konfliktforschung

Maike Messerschmidt, Internationale Beziehungen/ Friedens- und Konfliktforschung

Katharina Zimmermann, Mittlere und Neuere Kirchengeschichte

Jacob Bühler, Mitglied Universitätsrat, Exekutive der Verfassten Studierendenschaft

Johanna Grün, Exekutive der Verfassten Studierendenschaft und Senatorin

Moritz Rothhaar, Exekutive der Verfassten Studierendenschaft

Linda Amazu, Senatorin

Anna-Lena Sieß, Senatorin

Tobias Löffler, Senator ab Oktober 2022

Jeremias Schulze, Senator ab Oktober 2022

Anna Biederer, Mitglied Fakultätsrat Philosophische Fakultät 2022

Lukas Weber, Stellv. Fakultätsratsmitglied Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

Gruppen

Fachschaftenvollversammlung Tübingen

Juso Hochschulgruppe Tübingen

Grüne Hochschulgruppe Tübingen

[‘solid].SDS Tübingen

Mittelbauvertretung des Instituts für Politikwissenschaft

Les Amis du TübAix (Studierenden- und Alumni-Verein des deutsch-französischen Studiengangs TübAix, Association des étudiants et alumni du cursus intégré franco-allemand TübAix)

Amnesty International Hochschulgruppe Tübingen

Jusos Tübingen

Grüne Jugend Tübingen

Jufo Deutsch Israelische Gesellschaft Tübingen

Fachschaft Psychologie Tübingen

Fachschaft Politikwissenschaft Tübingen

Fachschaft Philosophie Tübingen

Fachschaft Klassische Philologie

ver.di Ortsverein Tübingen

Alle Unterzeichner*innen

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StuRa-Wahl Listen Steckbriefe 2022

Liste 1: „Juso-HSG – Studier‘ doch, wie Du willst!“

Leider haben wir von dieser Gruppe keine Rückmeldung erhalten.

Liste 2: „Unabhängige Liste Fachschaft (ULF)“

Leider haben wir von dieser Gruppe keine Rückmeldung erhalten.

Liste 3: „Liberale Hochschulgruppe Tübingen (LHG)“

Warum tretet ihr an ?

Auch dieses Mal stellen wir uns für den StuRa wieder zur Wahl, um dort in konstruktiver Opposition allen liberalen Studenten eine Stimme zu geben.

Wir sind damit zuvorderst euer Garant für die Verankerung aller Gremienentscheidungen in der freiheitlich demokratischen Grundordnung, die ohne uns nur selten als äußerster Handlungsrahmen respektiert wird. 

In allen finanziellen Entscheidungen stehen wir konsequent für einen maximal verantwortungsbewussten und transparenten Umgang mit euren studentischen Geldern. Aus diesem Grund wollen wir auch weiterhin alle finanziellen Entscheidungen mit kritischer Vernunft hinterfragen.  

Zuletzt darf der StuRa in unseren Augen keine Nische der moralischen Überlegenheitsdemonstrationen bleiben. Stattdessen wollen wir auf Entscheidungen und ein Veranstaltungsangebot hinwirken, die bzw. das für alle Studenten einen echten Mehrwert schafft ! 

Wart ihr letzte Legislatur im StuRa ? Was habt ihr dort gemacht ?

Die LHG war in der letzten Legislatur mit zwei Sitzen im StuRa vertreten. 

Wir haben diese in vielseitiger Hinsicht dazu eingesetzt, euren universitären Alltag zu verbessern. Dazu zählen zum einen praktische Projekte zur positiven Veränderung der alltäglichen Rahmenbedingungen an der Universität, wie etwa die Einführung von Automaten mit Hygieneartikeln auf den Toiletten, die wir nicht nur unterstützt, sondern auch aktiv forciert haben. Zum anderen aber auch die Förderung bzw. Initiierung von wirtschaftlichen Bildungsangeboten, wie etwa durch die Durchführung eines makroökonomischen Planspiels, in Zusammenarbeit mit der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft.

Was habt ihr vor zu machen wenn ihr wieder in den StuRa gewählt werdet ?

Mit dem Wiedereinzug in den StuRa, wollen wir uns auf den Kern unserer Identität besinnen und zukünftig nicht mehr nur im Senat, sondern auch hier noch mehr auf ein möglichst selbstbestimmtes Studium für euch hinwirken. 

Dies bedeutet im Hinblick auf die Pandemie, bzw. den Alltag nach der Pandemie, dass wir für die Verfasste Studierendenschaft endlich auf eine klare Positionierung zu einer Garantie der Präsenzlehre hinwirken wollen. Gleichzeitig muss für eure Flexibilität und ein zeitgemäßes Studieren die Aufrechterhaltung von zusätzlichen Hybrid- und Aufzeichnungsangeboten gefordert werden. 

Darüber hinaus wollen wir uns auch aus dem Kern der Verfassten Studierendenschaft hinaus gegen die gegenwärtigen Bedrohungen unserer akademischen Freiheit einsetzten, wie etwa durch den durch Konformismus oder sogar Notendruck erzwungene Einzug von umstrittenen und ideologisch aufgeladenen Konzepten wie dem Gendern in das akademische Arbeiten. 

Resümierend wollen wir damit im StuRa noch mehr die starke Stimme gegen alle Zwänge sein, die euch als Individuen den Raum nehmen, sich im Studium bestmöglich zu entfalten!

Liste 4: „Linke Liste/SDS“

Warum tretet ihr an ?

Um auch im StuRa auf eine soziale, geschlechter- und klimagerechte, friedliche, sowie demokratischere Welt hinzuarbeiten.

Wart ihr letzte Legislatur im StuRa ? Was habt ihr dort gemacht ?

Unsere Mandatsträger, sowie die Gruppe als ganzes haben sich erfolgreich von Querdenker*innen distanziert. Die Förderung von Projekten, die die bereits genannten Ziele verfolgen und auf Finanzierung angewiesen waren war auch ein Teil unserer Arbeit.

Was habt ihr vor zu machen wenn ihr wieder in den StuRa gewählt werdet ?

Die Arbeit von tollen Projekten fördern, wie zum Beispiel einer kritischen Kunstausstellung zum Thema “Männlichkeit?!”.

Liste 5: „RCDS Tübingen – Die Campus Union“

Leider haben wir von dieser Gruppe keine Rückmeldung erhalten.

Liste 6: „Grüne Hochschulgruppe – GHG – für eine gemeinsame Studierendenvertretung“

Warum tretet ihr an?

Wir treten für eine gemeinsame Studierendenvertretung an. Wir wollen, dass es eine politische Stimme im StuRa gibt, die eigene Projekte und Inhalte hat und alle Betroffenen, z.B. aus den jeweiligen Fächern, in ihrer Mitbestimmung respektiert, einbezieht und ihren Empfehlungen folgt. Unsere konkrete Utopie einer anderen Universität ist ökologisch, sozial gerecht, demokratisch, queerfeministisch, antifaschistisch, inklusiv, vielfältig und übernimmt Verantwortung für eine gerechtere Welt. Dafür setzen wir uns in Gremien, Arbeitskreisen, Bündnissen und Debatten ein. Auch wenn Hochschulpolitik in vielerlei Hinsicht ein demokratietheoretisches Ideal ist, welches lange nicht ausreichend legitimiert ist, geht es uns darum, politische Räume mitzugestalten. Wir wollen gerade nicht über die Studis regieren, sondern sie unterstützen – egal, wie sie ihre Mitbestimmung realisieren wollen.

Wart ihr letzte Legislatur im StuRa? Was habt ihr dort gemacht?

Wir waren letzte Legistlatur mit acht Sitzen im StuRa vertreten und haben eine der beiden Co-Vorsitzenden gestellt. Dabei war uns immer besonders wichtig mit allen Studierenden zusammen zu arbeiten, die selbst aktiv werden wollen: über offene Arbeitskreise, Referate, die diese unterstützen, Fachschaften, Vollversammlungen und Gruppen. Wir haben die Rektorinnenwahl kritisch begleitet, haben Proteste gegen Querdenkerinnen, für einen studentischen Tarifvertrag und für eine antikapitalistische Klimapolitik unterstützt, haben das Elternforum weitergeführt, viel in AKs mitgearbeitet und auch viel Eigenes gemacht. Auch haben wir Gruppen dabei unterstützt, kulturelle und politische Veranstaltungen zu realisieren.

Was habt ihr vor zu machen wenn ihr wieder in den StuRa gewählt werdet?

Wie bisher auch: Studierendeninteressen gemeinsam vertreten – mit starken Arbeitskreisen, Fachschaften und Gruppen.
Viele Projekte sind noch nicht abgeschlossen: BaföG braucht weiter eine Reform, faire Löhne und Bedingungen für studentische Beschäftigte (TVStud) fehlen, kostenlose Menstruationsartikel auf den Klos, DIY-Fahrradwerkstatt, Erhalt der Cafete, … und viele Kämpfe sind auch auf Dauer angelegt: Gegen Klimakrise, für gutes Wohnen, gegen Antisemitismus und Rassismus, für die Selbstbestimmung aller. Wir wollen weiterhin solidarisch an der Seite all jener stehen, die eine konkrete Utopie an unserer Universität leben und sie aktiv mitgestalten wollen: ökologisch, sozial gerecht, demokratisch, queerfeministisch, antifaschistisch, inklusiv, vielfältig und mit Verantwortung für eine gerechtere Welt.

Liste 7: „Liste der Fachschaften – FSVV – für eine gemeinsame Studierendenvertretung“

Warum tretet ihr an?

Die FSVV ist die unabhängige Studierendenvertretung, in die sich alle Studierenden einbringen können. Damit das auch weiterhin so bleibt, treten wir zur StuRa-Wahl an. Irgendwer muss ja eure Meinung vertreten 🙂
Wir setzen uns dafür ein, dass ihr weiterhin eine starke Stimme habt. Dafür geben wir die StuRa-Anträge an die Fachschaften weiter. Diese stimmen in ihren Sitzungen ab und geben ihre Meinungen anschließend zurück in die Fachschaftenvollversammlung. So, wie dort die Mehrheit der anwesenden Fachschaften abstimmt, stimmen wir im Studierendenrat. Durch die Beteiligung der Fachschaften greifen wir auf einen großen Pool an Erfahrungen, Meinungen und Wissen zurück. Statt ein paar Einzelmeinungen haben wir so ein Netzwerk aus Fakultäten und Fachbereichen. Dies ist essentiell für das Gelingen unsere hochschulpolitische Arbeit im StuRa und bei euch in den einzelnen Fächern.

Wart ihr letzte Legislatur im StuRa? Was habt ihr dort gemacht?

Die letzte Legislatur war leider nach wie vor geprägt durch die Corona-Pandemie. Dennoch haben wir versucht, wieder mehr Präsenz- oder Hybridtreffen in Arbeitskreisen zu veranstalten, um neue Leute für die Hochschulpolitik zu begeistern. Dabei waren wir in fast allen aktiven Arbeitskreisen vertreten, von Gleichstellung über Soziales, zu Studium und Lehre, QSM, Presse & Öffentlichkeitsarbeit und dem Arbeitskreis für überregionale Studierendenbeziehungen.
Um Arbeit in der Studierendenschaft besser koordinieren und leisten zu können, haben wir die Referate sowie die Exekutive gestärkt.
Inhaltlich haben wir uns stark bei der Rektorinnenwahl eingebracht und dort nach einer möglichst studierendenfreundlichen Kandidatin gesucht und sie hoffentlich gefunden. Unsere Bemühungen für mehr veganes Essen in den Mensen zeigt erste Erfolge und es gibt nun ein breiteres veganes Angebot.
Außerdem wollen wir gerne die Cafeteria im Clubhaus in studentische Hand übernehmen und haben dafür bereits viel Vorarbeit geleistet. 
Überdies haben wir Tübingen kulturell bereichert – unsere Fachschaften z.B. durch Clubhausfeste und wir über das Ract!Festival..

Was habt ihr vor zu machen wenn ihr wieder in den StuRa gewählt werdet?

Die kommenden beiden Semester ist einiges los: im Oktober hört Rektor Bernd Engler nach 16 Jahren Amtszeit auf und wir bekommen mit Karla Pollmann eine neue Rektorin. Wir freuen uns auf einen guten Einstieg in die Zusammenarbeit. Mit der neuen Rektorin wird auch das Prorektorat für Studium und Lehre neu gewählt. Mit diesem werden wir uns weiterhin für bessere Studienbedingungen in allen Fächern einsetzten. Außerdem wird ein neues viertes Prorektorat eingesetzt. Es bietet sich hiermit die Chance, erstmalig ein studentisches Prorektorat einzuführen. Auch beim Studierendenwerk steht die Wahl der Geschäftsführung an. Hier setzen wir uns für einen studierendenfreundliche Lösung ein. Denn es braucht günstigeres Mensaessen, einen Ausbau der psychotherapeutischen Beratung und mehr bezahlbaren Wohnraum. 
Das Coronavirus wird die Universität voraussichtlich auch im kommenden Wintersemester wieder vor Herausforderungen stellen. Wir machen uns stark für hybride Lehrangebote, die ein sicheres und selbstbestimmtes Lernen ermöglichen. Trotz all dieser Herausforderungen darf der Klimaschutz nicht in den Hintergrund gerückt werden. Die Uni muss nachhaltiger werden, Gebäude klimafreundlich saniert, Beschaffungen regional und klimaneutral gestaltet und Flüge vermieden werden.
Weiterhin ist eure Mitbestimmung unser zentrales Anliegen. Wir wollen eure Stimme hörbar machen. Auch wenn es nicht immer leicht ist. Denn iihr seid es wert, gehört zu werden. Nicht nur zur Wahl sondern jeden Tag!

Who the fuck is Eberhard Karl?

Ein Herzog des ausgehenden Mittelalters vertreibt die Jüd*innen aus seinem Herrschaftsgebiet und verbietet seinen Untertan*innen, sie jemals wieder ansiedeln zu lassen. Knapp drei Jahrhunderte später vermietet ein Absolutist arme Untertanen an andere Länder und Unternehmen als Soldaten, die in Kolonialkriege verwickelt werden und nur zum kleinen Teil lebendig zurückkehren – ein Kritiker an dieser Praxis wird für 10 Jahre eingesperrt. Was die beiden Monarchen miteinander zu tun haben? Beide werden heute im Namen unserer Universität – der Eberhard Karls Universität Tübingen – geehrt.

Wer die beiden waren, warum dieser Name gerade heiß diskutiert wird und wie die Verfasste Studierendenschaft dazu steht – das alles und mehr erfährst du hier.

Literatur

– Württembergische Landesbibliothek: Graf Eberhard im Bart von Württemberg. Im geistigen und kulturellen Geschehen seiner Zeit, Stuttgart 1938.

– Kommission zur Überprüfung des Namens der Universität: Gutachten über die historische Dimension des Namens „Eberhard Karls Universität Tübingen“. Drucksache des Senats der Universität Tübingen Nr. 12, 05.05.2022.

– Lang, Stefan: Die Ausweisung der Juden aus Württemberg 1477-1498. In: Lorenz, Sönke; Schäfer, Volker (Hrsg.): Tubingensia. Impulse zur Stadt- und Universitätsgeschichte. FS für Wilfried Setzler zum 65. Geburtstag, Ostfildern 2008, S. 111-132.

– Maurer, Hans-Martin: Das Württembergische Kapregiment. Söldner im Dienste früher Kolonialpolitik (1787–1808). In: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte, 47 (1988), S. 291-307.

– Müller, Martina M.; Häuser, Iris: 1759-1805. Friedrich Schiller. Menschen aus dem Land: 10/2007. Stuttgart 2007.

– Reeken, Dietmar von; Thießen, Malte: Ehrregime. Perspektiven, Potenziale und Befunde eines Forschungskonzepts. In: Reeken, Dietmar von; Thießen, Malte (Hrsg.): Ehrregime. Akteure, Praktiken und Medien lokaler Ehrungen in der Moderne, Göttingen 2016, S. 11-29.

Weitere Literaturempfehlungen

– Frey, Winfried: Antijudaismus. In: Kotowski, Elke-Vera u.a. (Hrsg.): Handbuch zur Geschichte der Juden in Europa, Bd. 2, Darmstadt 2001, S. 367-378.

– Hayoun, Jonathan (Regie): Eine Geschichte des Antisemitismus. Arte F, 2022.

Studierendenrat Tübingen