Aktionswoche zum Holocaust-Gedenktag

ACHTUNG: Der Vortrag von Hanna Veiler ist krankheitsbedingt vom 30.01. auf den 21.02. verschoben.

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages am 27.01. hat der Arbeitskreis politische Bildung ein Rahmenprogramm organisiert, mit dem wir zum Erinnern, aber auch zum Nie Wieder! beitragen wollen. In der Woche vom 22.01.-30.01.2024 könnt ihr folgende Veranstaltungen besuchen:

War dein Opa Nazi? Erinnerungsperspektiven, Verdrängung und Bürgerrechtsarbeit

Montag, 22.01. | 18 c.t. | Kupferbau HS 21 | Natalie Reinhardt, Vorstandsvorsitzende Landesvertretung Sinti und Roma


Spuren der NS-Gesetzgebung und wie wir heute damit politisch umgehen

Dienstag, 23.01. | 20 c.t. | Kupferbau HS 25 | Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung

Vom „Mörder“ und „Totschläger“ liest man in den §§ 211, 212 Strafgesetz-buch im sog. „Schönfelder“, einer prominenten Deutschen Gesetzes-sammlung. Die Nazi-Vergangenheit des Namensgebers Heinrich Schön-felder hat bis zur Umbenennung der Sammlung im Jahr 2021 nicht gestört.
Mit der Wortwahl haben die Nazis ein Gesinnungsstrafrecht eingeführt – und es besteht im Wortlaut weiterhin fort. Erst jetzt regen sich Änderungs-vorhaben – und das sind nicht die einzigen Überbleibsel des NS-(Un)Rechts.


Extreme Rechte: Entwicklungen und Gefahren für die Demokratie

Mittwoch, 24.01. | 18 c.t. | Kupferbau HS 21 | Dr. Rolf Frankenberger, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Rechtsextremismusforschung 

Was ist Rechtsextremismus, was die extreme Rechte? Welche Entwicklungen und lassen sich für die letzten Jahre aufzeigen? Und welche Gefahren für die Demokratie gehen von der extremen Rechte aus? Diesen Fragen geht Rolf Frankenberger in seinem Vortrag nach und beleuchtet dabei exemplarisch einige Entwicklungslinien. Erstens lassen sich Modernisierungsbestrebungen und ein Strategiewandel beobachten: Sprach- und Identitätspolitik und Versuche der Verschiebung politischer Diskurse ersetzen und ergänzen das Repertoire der extremen Rechten, Insbesondere Social Media kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Zweitens finden sich (extrem) rechte Einstellungen in weiten Teilen der Bevölkerung, an die Akteure der extremen Rechten bewusst anknüpfen. Und drittens vernetzt sich der bewegungsförmige und dezentrale Rechtsextremismus vernetzt sich zweitens zunehmend mit der erstarkenden AfD und gewinnt darüber politischen Einfluss. Nicht zuletzt lässt sich eine zunehmende Militanz der extremen Rechten beobachten.


Der Workshop von Yevgen Bruckmann muss leider aufgrund des Bahnstreiks verschoben werden. Der Ersatztermin ist der 06.02.

Herschels Erbe – Workshop zum Attentat eines jüdischen Teenagers im Exil und dessen Bedeutung für den 09.11.1938

Dienstag, 06.02. | 18 c.t. | Forum Scientiarum | Yevgen Bruckmann, jüdische Gemeinde Hannover

In diesem Workshop soll anhand der Geschichte Herschel Grynszpans ein neuer Blick auf die deutsche Erinnerungskultur geworfen werden. Gemeinsam wollen wir dafür verschiedene, historische Perspektiven auf eine jugendliche, jüdische und wehrhafte Reaktion auf den Nationalsozialismus erarbeiten und besprechen, die trotz ihrer Bedeutung bisher im Gedenken an die Novemberpogrome – möglicherweise zu Unrecht? – kaum eine Rolle spielt.


„Erziehung nach Auschwitz“ Lektürekurs zu Adorno 

Freitag, 26.01. | 18 c.t. | Forum Scientarium | Malte Andresen & Jonas Schmitt

Die AfD bei über 20%, rechte Regierungen an der Macht, Nazis in Polizei und Staatsapparat, ganze Orte, die in Angst vor Gewalt leben. Schockierende Realität in Deutsch-land und der Welt. Anhand des Textes „Erziehung nach Auschwitz“ wollen wir über verschiedene Fragen, die dieser Text für die Gegenwart aufwirft, diskutieren. Was bedeutet Erziehung nach Auschwitz heute?
Wie muss eine solche aussehen, damit Auschwitz sich nicht wiederholt?
Und können wir anhand von Gedanken aus dem Text das Erstarken des Autoritarismus besser verstehen?

Den Text findet ihr hier.


Aufgrund des Bahnstreiks kann Prof. Becke leider nicht nach Tübingen kommen. Die Veranstaltung findet trotzdem statt und wird online verfügbar sein.

Mythen des Nahostkonflikts

Samstag, 27.01. | 18 c.t. | Pfleghofsaal Online | Prof. Johannes Becke, Hochschule für jüdische Studien Heidelberg

Um den arabisch-israelischen Konflikt ranken sich zahlreiche Mythen:
Dauert er wirklich schon 2.000 Jahre?
Ist es denn der blutigste Konflikt in der Region?
Bekämpfen sich Juden und Muslime hier aus religiösen Gründen?
Der Vortrag widmet sich den unter-schiedlichen Mythen über den Nahostkonflikt und ermöglicht so eine Einschätzung des aktuellen Kriegs im Gazastreifen.

https://eu01web.zoom.us/j/63294812091?pwd=TWlsUzlIVVRPM09SSGVwNGQwMktwUT09

Meeting-ID: 632 9481 2091 | Kenncode: 580166


Offizielle Gedenkveranstaltung

Sonntag, 28.01. | 10:30 | Jüdischer Friedhof Wankheim | Förderverein für jüdische Kultur in Tübingen

Auf dem Jüdischen Friedhof in Wankheim erinnert bereits seit 1946 ein von Viktor Marx aufgestellter Gedenkstein an die Tübinger Opfer der Shoah, die ihm bekannt waren. In diesem Jahr wird der Gedenkstein darüber hinaus durch ein eigenes Gedenkbuch für die Opfer der Shoa aus Tübingen ergänzt, das vor dem Friedhof seinen Platz findet. Männlich gelesene Personen werden darum gebeten, eine Kopfbedeckung auf dem Friedhof zu tragen.


Der Vortrag von Hanna Veiler fällt wegen Krankheit aus. Ersatztermin ist der 21.02.

Kritische Erinnerungskultur nach dem 7. Oktober und junge jüdische Stimmen in Deutschland 

Dienstag, 30.01. Mittwoch, 21.02. | 18 c.t. | Kupferbau, HS 22 HS 21 | Hannah Veiler, Präsidentin JSUD

Wer von außen auf Erinnerungskultur und Antisemitismusdebatten in Deutschland schaut, mag annehmen, dass Deutschland wenn überhaupt nur ein geringes Problem mit Antisemitismus haben müsste. Im politischen Raum wird immer wieder über Judenhass diskutiert, am 27. Januar werden „we remember“-Plakate hochgehalten.
Doch die Diskrepanz zwischen dem, was im politischen Raum gesagt und dem, was im Privaten gedacht wird, ist 79 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz und drei Monate nach dem 07. Oktober groß.


Die Veranstalter*innen behalten sich vor, Personen, die die Veranstaltungen stören oder sich antisemitisch, rassistisch, verschwörungsgläubig oder anderweitig menschenverachtend äußern, von diesen auszuschließen.

Elia

Tübingen Students' Union