Pressemitteilung zur Stadtbahn

Stellungnahme: StuRa spricht sich für Stadtbahn aus

Der Studierendenrat der Universität Tübingen spricht sich für die Innenstadtstrecke der Regional-Stadtbahn Neckaralb aus.

Für Student*innen in Tübingen hat die Planung zu einer RegioStadtBahn, wie sie im September 2021 zur Abstimmung steht, weitreichende Folgen.

Student*innen sind eine für den ÖPNV in der Region wichtige Nutzer*innen-Gruppe. Eine bessere Anbindung der Universitätsgebäude an das Umland kann es leichter machen zu pendeln und so helfen, den Wohnungsmarkt in Tübingen zu entspannen. Angesichts der Verantwortung, welche die Universität für eine nachhaltige Zukunft trägt, ist der Transport von Student*innen und Mitarbeiter*innen eine der zentralen Fragen.

Wie die Gutachten zeigen, ist eine Bahn dem reinen Busbetrieb, was Klimaauswirkungen und Ressourcenverbrauch angeht, überlegen. Die Gegenargumente, beispielsweise mögliche Schwierigkeiten für Radfahrer*innen – auch hier oftmals Student*innen –, sind wenig stichhaltig. Die Universität Tübingen stellt unter den Landesuniversitäten die Ausnahme dar, da ihre Student*innen gerade noch keine Stadtbahn nutzen können.

Dennoch gibt es auch berechtigte Kritik an der RegioStadtBahn. Mehrere Generationen von Student*innen werden die Bauarbeiten aushalten müssen. Bestimmte Nutzung von Unigebäuden (bspw. empfindliche Forschung) muss verlegt werden. Bei Gesprächen zwischen Universität und Stadt wurden bereits Flächen als Bebauung besprochen, die aus Sicht des Studierendenrats von einer möglichen Bebauung verschont bleiben sollten (bspw. Käsenbachtal als Frischluftschneise und wichtiger Naturraum). Dieser Kritik stehen aber die massiven Vorteile einer Stadtbahn entgegen.

Der Studierendenrat Tübingen teilt die Haltung der Universität, dass durch die Stadtbahn entstehenden Probleme nicht zum Nachteil der Universität führen dürfen. Wir begrüßen daher die Maßnahmen zur Eindämmung der elektromagnetischen Felder sowie Erschütterungen und sehen die Stadt bzw. das Land in der Verantwortung, die dafür aufkommenden Kosten zu übernehmen. Das Gegenargument, die Stadtbahn sei in ein paar Jahren bereits eine veraltete Fortbewegungsmethode, sehen wir skeptisch. Um den Klimawandel zu stoppen, brauchen wir jetzt möglichst schnelle Maßnahmen und sollten nicht nur auf eventuell kommende zukünftige Technologie hoffen. Selbst wenn in den nächsten Jahrzehnten autonom fahrende Taxis den ÖPNV ergänzen werden, wird die Stadtbahn weiterhin ökologischer und preiswerter sein. Zudem kann die Stadtbahn zu Stoßzeiten wie etwa dem Vorlesungsbeginn viel mehr Leute auf einmal transportieren als der öffentliche Individualverkehr. Darüber hinaus bietet die Stadtbahn dank der Reduzierung des Autoverkehrs die Möglichkeit, die Wilhelmstraße und die Mühlstraße endlich wieder attraktiver für Radfahrer*innen zu machen. Wir begrüßen Konzepte wie die PKW-freie Wilhelmstraße und Mühlstraße und die damit verbundene Lärmreduzierung auf dem Tal-Campus.

Der Studierendenrat ruft die Student*innen dazu auf, sich zu informieren, und sofern sie berechtigt sind, an der Abstimmung teilzunehmen. Die Entscheidung für oder gegen die Innenstadtstrecke hat weitreichenden Einfluss auf das Leben der zukünftigen Student*innen in Tübingen.

Lukas

Tübingen Students' Union